Hanfsamen | Das müssen Sie wissen !

Hanf ist eine bedeutende Kulturpflanze, die von den Menschen seit mehreren tausend Jahren genutzt wird. Erst in den vergangenen beiden Jahrhunderten geriet diese vielseitige Pflanze als Rauschmittel in Verruf. Dabei kann der Hanf so viel mehr und zu den wertvollsten Schätzen, die er liefert, gehören die Samen und Öle.

Zur Geschichte des Nutzhanf

Vermutlich nutzen bereits Menschen vor zweitausend Jahren die wohltuenden und nahrhaften Eigenschaften des Hanfs. Hanf wurde nicht nur zur Gewinnung von Fasern genutzt, der Fund von Sämereien in Ausgrabungsstätten zeigt, dass diese auch im Haushalt beziehungsweise der Küche Verwendung fanden. Bevor im 18. bis 19. Jahrhundert Walöl vorzugsweise zur Befeuerung von Lampen eingesetzt wurde, war es das Öl der Hanfpflanze, das den Menschen Licht gab.

Rückkehr des Hanfs

Nicht nur durch seinen Bedeutungsverlust als Lampenöl, auch durch den Siegeszug der Baumwolle und schlussendlich der Verteufelung der Hanfpflanze als Rauschmittel verschwand deren konventionelle Nutzung bis vor zwei Jahrzehnten praktisch völlig. Von 1981 bis 1996 war der Anbau von sämtlichen Hanfsorten in Deutschland sogar komplett verboten. Erst das Aufkommen einer neuen gesundheitsbewussten Bewegung entdeckte den Hanf, sein Öl und auch die Fasern für Kleidung wieder für sich. Nach einer erfolgreichen Klage gegen das Anbauverbot wurde erstmalig 1997 auf 2.800 Hektar wieder Hanf in Deutschland angebaut. Die größten Produzenten für Hanfsamen heute sind jedoch China und Frankreich.

Anbau von Samen

Der zur Gewinnung der ölhaltigen Samen wird die Sorte Cannabis sativa ("Nutzhanf") angebaut. Hanfgattungen der Nutzhanf-Klasse, deren Anbau in Deutschland legal ist, enthalten weniger als 0,2 % des Rauschmittels THC.
Eine Besonderheit der Cannabis-Pflanze ist die intensive Nutzung des Sonnenlichtes, binnen 100 Tagen kann sie eine stattliche Größe von bis zu vier Metern erreichen. Zur Samengewinnung werden die Pflanzen großzügiger und freier stehend als bei der Fasergewinnung ausgesät, die einzelne Pflanze kann so noch mehr Licht aufnehmen, Reife und Samenertrag werden optimiert. Nach der Ernte wird der Hanf gedroschen und die Samen lösen sich aus den Fruchtständen. Im Nutzhanf-Anbau werden bevorzugt sogenannte Zwitter-Sorten, welche an einer einzigen Pflanze sowohl weibliche als auch männliche Blüten ausbilden, und Hybridsorten angebaut. Der Ertrag eines Hektars Anbaufläche liegt bei 3 bis 4 Tonnen Samen.

Hanfsamen als Nahrungsmittel

Die 3 bis 4 mm großen Hanfsamen gehören zu den Nussarten und stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe. Der Fettanteil liegt bei 25 bis 35 Prozent und davon sind die meisten ungesättigte Fettsäuren, darunter auch die für den Menschen lebenswichtige Omega-3-Fettsäure. Daneben enthalten Hanfsamen hochwertige Proteine (bis zu 24 Prozent) und sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Der Verzehr von 100 Gramm Hanfsamen deckt den Tagesbedarf an Vitamin B1 und B2 komplett.

Zubereitung von Hanfsamen

Die kleinen Nüsschen können einfach über den Salat, ein Müsli oder andere Gerichte gestreut werden und diese geschmacklich verfeinern. Zudem sind die Samen ein Snack zum Zwischendurch-Knabbern oder auch eine tolle Zugabe in Joghurts und Smoothies. In Pastagerichten sorgen sie für einen angenehmen Knack-Effekt und aus geschälten Hanfsamen kann eine leckeres Milchgetränk ähnlich der Hafermilch hergestellt werden. Zudem machen sich die kleinen Gesundheitswunder auch in Backwaren aller Art gut, sollten dazu aber in den Teig eingearbeitet und nicht überstreut werden, da durch das Erhitzen beim Backvorgang an der Oberfläche wieder zu viele Inhaltsstoffe verloren gingen.

Hanföl

Das als eines der besten Speiseöle bekannte Hanföl wird in Kaltpressung gewonnen. Anders als bei der Warmpressung bleiben so alle Inhaltsstoffe nahezu unverändert enthalten. Das Öl neigt durch Wärme, Sauerstoff und Lichteinstrahlung zum Oxidieren, in der Praxis bedeutet das, dass es leicht ranzig wird und nur in dunklen Flaschen, gut verschlossen und kühl gelagert werden sollte. Zum Braten sollte das Öl nicht verwendet werden, da durch die Erhitzung nahezu alle Inhaltsstoffe wie das Super-Antioxidans Vitamin E verloren gehen.

Cannabisöl vs. Hanföl

Das im Fachhandel angebotene Cannabis- bzw. Hanföl mit dem Wirkstoff CBD = Cannabidiol, ist etwas anderes als Speise-Hanföl. Im CBD Öl liegt der Fokus auf der tröpfchenweisen Anwendung zur Entfaltung eines besonderen Entspannungs- und Wohlfühleffektes, der dem CBD eigen ist. Teilweise sind diese Arten der Cannabis- oder Hanföle auch andere Pflanzenöle (wie Distel oder Sonnenblumenöl), in die der aus der Hanfpflanze isolierte Stoff CBD eingebracht wurde. Willst du solche Produkte kaufen, sei es das Heilmittel oder das Speiseöl, solltest Du also gut auf die Unterschiede achten. Selbstverständlich sind alle frei verkäuflichen CBD und Hanföl-Produkte legal, da deren Gehalt an THC stets unter 0,2 Prozent liegt.

Hanfsamen kaufen

Selbstverständlich sind die zur Ölgewinnung und Speisezwecken genutzten Samen völlig legal, anders als die vielfach im Internet zum Anbau von THC-haltigen Hanfsorten angebotenen Samen. Möchtest Du also Samen kaufen oder vielleicht selbst ein paar Nutz-Hanfpflanzen im Garten anbauen, solltest Du also darauf achten, auf welcher Art von Internetseite und Angebot Du Dich womöglich gerade befindest und bedenken, dass die Nachbarn unter Umständen empfindlich reagieren könnten.
Insgesamt ist der Hanf ein Nahrungsmittel für alle gesundheitsbewussten Menschen. Für Vegetarier und Veganer bilden Hanfsamen, das Öl und andere Produkte eine gute Versorgungsquelle an nahrhaften Proteinen und Vitaminen.

Hanfsamen sind eine wertvolle Nahrungsergänzung und Ausgangstoff für eines der hochwertigsten Speiseöle, die momentan auf dem Markt erhältlich sind. Dennoch sind Hanfprodukte nach wie vor Spartenprodukte, die zumeist nur im gut sortierten Fachhandel oder Reformhäusern erhältlich sind. Am besten sind sich sämtliche Hanf- als auch CBD-Produkte bei Internethändlern zu bestellen.

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