Cannabisöl PTBS Posttraumathische Belastungsstörung ▷ Könnte es wirksam sein?

CBD oder auch Cannabidiol ist ein vielseitiger pflanzlicher Wirkstoff. Neben der reinen Wellness-Anwendung hat er sich auch bei der Behandlung sowie Linderung bestimmter Krankheitsbilder einen Namen gemacht. Gerade bei neurologischen Erkrankungen, zu denen auch die Posttraumatische Belastungsstörung gehört scheinen die Substanzen der Hanfpflanze kleine Wunder zu vollbringen.

Wie eine Posttraumathische Belastungsstörung entsteht

Eine Posttraumatische Belastungsstörung, abgekürzt PTBS, tritt nach heftigen psychischen Erschütterungen auf. Die traumatischen Erlebnissen fanden entweder auf einen kurzen Zeitraum komprimiert statt oder aber sie zogen sich über Monate und Jahre hinweg. Zu den klassischen Beispielen gehören dramatische Unfallgeschehen, Flugzeugabstürze, Naturkatastrophen oder auch seelischer oder körperlicher Missbrauch sowie Kriegserlebnisse. Schätzungen zufolge leiden etwa 2 bis 7 Prozent der deutschen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens einmal unter einer PTBS. Bleibt diese seelisch-psychische Überforderung unerkannt und unbehandelt, kann sich schleichend eine chronische Form bilden.

Das Krankheitsbild

Die ersten Symptome einer PTBS treten unmittelbar nach dem Ereignis oder erst Jahre später auf. Die Hirn-Forschung vermutet, dass während der belastenden Situation und im Anschluss das Gehirn die erhaltenen Informationen falsch abspeichert. Das Erlebte bringt den Betroffenen so weit über bisher bekannte Werte hinaus, dass die Eindrücke verarbeitenden Systeme eine Art Kurzschluss erleiden. Unverarbeitete Traumata können von Betroffenen häufig eine zeitlang kompensiert werden, doch irgendwann treten sie durch spontane Auslöser wieder in Erscheinung. Durch ein bestimmtes Geräusch oder eine Schlüsselszene erinnern sich Betroffene an die schrecklichen Ereignisse und durchleben in ihrer Vorstellungswelt die emotionale Belastung wieder und wieder. Der dadurch erlebte Dauerstress führt zu einer chronischen Belastung des Nervensystems und etlichen weiteren Nebenerkrankungen wie Wahrnehmungsstörungen, Schlafstörungen und Depressionen. Augrund der dauerhaft angespannten Lebens-Situation greifen Betroffene besonders gerne zu Suchtmitteln, um sich Linderung zu verschaffen.

Die klassische Behandlung der PTBS

Die Behandlung der Krankheit erfolgt durch verschiedene Formen der Psychotherapie. Gesprächstherapien sorgen dafür, dass Betroffene Schritt für Schritt das Erlebte verarbeiten können. Die fehlerhaften Speicherungen im Gehirn verschwinden so bestenfalls nach einiger Zeit. Medikamente gegen PTBS selbst gibt es derzeit nicht. Gelindert werden können nur die Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen und Depressionen durch Psychopharmaka und Beruhigungsmittel. Durch das ausgeprägte Suchtverhalten der Betroffenen versucht man in der Behandlung weitestgehend auf diese Medikamente zu verzichten.

Die PTBS und das Endocannabinoid System

Das Endocannabinoid System des menschlichen Körpers geriet die vergangenen Jahre immer wieder in die Schlagzeilen. Bis heute unheilbare neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson aber eben auch die PTBS stehen in engen Zusammenhang mit diesem speziellen Teil des Nervensystems. Studien haben gezeigt, dass die Endocannabinoid-Konzentration im Blut während Belastungssituationen enorm ansteigt. Bei PTBS-Patienten wurde ein dauerhaft erhöhter Wert festgestellt. Bereiche des Gehirns, die in besonderem Zusammenhang mit Angstreaktionen und Stress stehen, weisen zudem einen auffallend hohen Anteil an Cannabinoid-Rezeptoren auf. Forscher der New York University Langone Medical Center beschrieben im Jahr 2012 den Zusammenhang des so genannten CB1-Rezeptor bei der Verarbeitung von belastenden Erfahrungen und Erinnerungen. Stimuliert man diesen Rezeptor durch die gezielte Gabe von Cannabinoiden wird das Gehirn dazu angeregt, Auslöser chronischer Ängste aufzulösen und traumatische Erinnerung zu löschen.

Der beruhigende Effekt des CBD Hanf

CBD ist neben dem THC das bekannteste Cannabionoid. Anwender von CBD Produkten berichten über eine wohltuende Entspannung und Ruhe, die durch die Einnahme erfolgt. Dauerhaft angewandt kann es dazu beitragen, das seelische Gleichgewicht eines Menschen wieder herzustellen. Außerdem wirkt es sich beruhigend auf entzündliche Prozesse aller Art aus. Leidest Du an Symptomen einer PTBS kann die Cannabisöl Wirkung durch die Lösung der Anspannung zu einer Verbesserung des Schlafverhaltens in der Nacht sowie der Konzentrationsfähigkeit am Tag beitragen. Beides wäre ein guter Ansatz für eine Verbesserung der Lebensumstände und mehr Lebensfreude. Solltest Du klar mit einer PTBS diagnostiziert sein und eventuell sogar unter Behandlung mit anderen Medikamenten stehen, solltest Du eine Einnahme von Cannabisöl unbedingt mit Deinem Arzt oder Therapeuten abzustimmen. Eventuell käme für Dich auch das aus synthetischem THC hergestellte Medikament "Nabilon" in Frage. Dieses ist, da es unter die Betäubungsmittel fällt, in Deutschland nur sehr eingeschränkt und auf Rezept zu erhalten.

CBD Gras, Öle, Kaugummis und andere Produkte können auch für Betroffene einer PTBS hilfreich und entlastend sein. Dennoch ist bei schweren psycho-neurologischen Störungen von einer reinen Selbstmedikation unbedingt abzuraten. Bist Du davon betroffen, solltest Du besser nicht einfach Cannabisöl kaufen und experimentieren, sondern mit einem vertrauenswürdigen und offenen Arzt eine gemeinsam eine Strategie zur Linderung Deiner Beschwerden finden.

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